5.2 Die motorische Entwicklung

5.2 Die motorische Entwicklung

5.2.1 Zum Begriff Motorik
5.2.2 Prinzipien der motorischen Entwicklung
5.2.3 Die motorische Entwicklung im Säuglingsalter (0 –1 Jahre )
5.2.4 Die motorische Entwicklung im Kleinkindalter (1-3 Jahre)
5.2.5 Die motorische Entwicklung im Vorschulalter (3-6 Jahre)
5.2.6 Die motorische Entwicklung im Volksschulalter (6-10 Jahre)
5.2.7 Die erste puberale Phase
5.2.8 Die zweite puberale Phase

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5.2.2 Prinzipien der motorischen Entwicklung

Säuglinge zeigen wenig differenzierte, unkoordinierte Massenbewegungen. Erst im Laufe der ersten Lebensmonate werden die Bewegungen präziser und zielgerichteter (greifen, Zehen in den Mund stecken,...).

Das Prinzip der Differenzierung

ist die fortschreitende Verfeinerung, Erweiterung und Strukturierung von Funktionen und Verhaltensweisen von Einzelleistungen.

(Bsp. Ein kleines Kind wirft den Ball noch „mit dem ganzen Körper“ – erst später lernt es den Ball nur mit Arm- bzw. Schulterbewegung zu werfen).

Das Prinzip der Zentralisierung bzw. Integration

ist die Koordinierung und übergeordnete Steuerung der Einzelfunktionen im Zentralen Nervensystem. Dadurch werden komplizierte Bewegungsabläufe möglich.

Bsp.. Das Fangen eines Balles: Kind muss den Ball zuerst wahrnehmen, dann reagieren und dann eine Bewegung ausführen.

Die Entwicklungsprinzipien Differenzierung und Integration können auf physiologischer, und auch auf motorischer und psychischer Ebene beobachtet werden.

Folgen für die praktische Arbeit mit Kindern

Einzelne Bewegungen werden im frühen Kindesalter sooft wie möglich wiederholt, damit sie von den Kindern automatisiert werden. Immer wieder dieselben Bewegungsangebote setzen – laufen, hüpfen, rollen, krabbeln,...

Kinder zeigen uns genau dieses Training vor – sie ziehen sich permanent an irgendeinem Gegenstand hoch, bis sie stehen können. Bevor man komplizierte Bewegungsabläufe erlernt, sollten die Einzelbewegungen gut geübt werden.

Die Differenzierung erfolgt nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten

Cephalo – caudale Entwicklungsrichtung

Motorische Kontrolle breitet sich vom Kopf bis zu den Füßen aus.

Bsp.: Säuglinge können zuerst den Kopf heben, bevor Rumpf und Gliedmaßen folgen.

Proximo – distale Entwicklungsrichtung

Kontrolle der Muskeln, die näher an der Hauptachse liegen gelingt leichter, als die Kontrolle über weiter entfernte Muskeln.

Grobmotorik vor Feinmotorik

Kontralaterale Mitbewegung

Bewegungen, die zunächst nur einseitig durchgeführt werden, werden später auch von der anderen Seite übernommen.

Hypertonie der Muskulatur

Bewegungen werden zunächst mit zuviel Muskeleinsatz durchgeführt. Die Bewegungen erscheinen eckig und ungelenk, weil die übergeordnete Steuerung noch zuwenig ausgeprägt ist (Bsp. Die ersten Schreibversuche).

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